Montag, 15. Oktober 2018

Palacio Barolo


„Omnis pulchritudinis forma unitas est“ (Inschrift im Eingangsbereich des Palastes)


Egal ob man bei Lonely Planet oder im Michelin-Reiseführer schaut, überall wird der „Palacio Barolo“ als eines der spektakulärsten Bauwerke von Buenos Aires bezeichnet, vor allem wegen seiner eklektischen Fassade und dem prachtvollen Inneren, bis hin zum Leuchtturm auf dem Dach. Seinen Namen verdankt das Gebäude dem italienischstämmigen Unternehmer Luis Barolo, der Mario Palanti damit beauftragte, ein Gebäude gemäß Dante Alighieris Göttlicher Komödie zu entwerfen. So finden sich 22 Stockwerke in drei Bereiche (Hölle, Fegefeuer und Himmel) aufgeteilt und gestaltet. Zum Zeitpunkt der Fertigstellung im Jahr 1923 war das 100 Meter hohe Gebäude Südamerikas höchstes Gebäude. Heute sind darin überwiegend Büros untergebracht. Das Gebäude liegt nur etwa 10 Gehminuten von meiner jetzigen Wohnung entfernt. Bei einer Führung, an der ich zusammen mit einem Mitbruder teilnahm, entstanden hervorragende Aufnahmen, die sich hier finden.

Sonntagspredigt auf Spanisch

Heute, am Vorabend der Heiligsprechung von Oscar Romero und sechs anderen Glaubenzeugen, Männern und Frauen, habe ich das erste Mal eine Sonntagspredigt aus spanisch frei gehalten. Am Ende bin ich auf das große Ereignis eingegangen, das Evangelium Mk 10,17-30 war wie für diese Gelegenheit ausgesucht.  

San Romero de América, 2018

"Die Kirche feiert heute die Heiligsprechung von Oscar Romero und vier weiterer Männer und Frauen. Oscar Romero war Erzbischof von San Salvador, Märtyrer und Glaubenszeuge. Er hat seine Berufung in der Nachfolge Jesu auf vorbildliche Weise gelebt und bezeugt. Zunächst war ein guter Bischof, der allerdings in sehr traditionellen Bahnen dachte. Doch als im März 1977 drei Männer in seiner Diözese ermordet werden, unter ihnen der Jesuit Rutilio Grande, weil sie sich für die Gerechtigkeit und für die Armen eingesetzt haben, kommt es bei Romero zu einer Bekehrung. Er tritt öffentlich für die Armen und gegen die Gewalt ein, und er unterstützt Menschen, die die soziale Situation des Landes verbessern wollen. Auf diesem Weg der gewaltlosen Liebe wird er 1980 während der hl. Messe am Altar von Männern erschossen, die im Auftrag der Mächtigen und Reichen gehandelt haben. Sein Glaubenszeugnis ist für uns Christen weltweit ein Grund großer Freude und Dankbarkeit. Er ist Jesus nachgefolgt, (1) in Freiheit, in der Liebe zu den Armen und in Armut, (2) mit einer Sehnsucht nach Gerechtigkeit und dem Reich Gottes und (3) in der Gemeinschaft der Brüder und Schwestern unter Verfolgungen. Möge er heute zusammen mit den anderen für uns eintreten, dass jeder von uns seine Berufung findet und ihr in Treue folgen möge. Amen."