Mittwoch, 10. Oktober 2018

Teatro Colon




Es gehört zu den bekanntesten Opernhäusern der Welt: das Teatro Colon de Buenos Aires. Es ist über einhundert Jahre alt, verfügt über ein hervorragende Akustik und hat seinen besonderen Charme, denn man fühlt sich in eine andere Zeit versetzt: Die Stühle, die Aufzüge, die Lampen – alles original!
Ich hatte die Chance ein Konzert der chinesischen Pianistin Yuja Wang zu hören. Auf dem Programm stand eine Sonate von Chopin und eine von Prokofiev. Ich hatte eine Stehplatzkarte gekauft, doch vor mir blieb ein Sitzplatz frei und so kam ich in den Genuss, fast zwei Stunden der hervorragenden Klaviermusik im Sitzen zu lauschen. 

In Erwartung des Stehplatzes hatte ich mich vorher noch mit einer "Portion" Pizza gestärkt, das ist ein Stück Pizza, keine ganze! Die Einrichtung des Lokals könnte jedoch etwa so alt sein wie ich, italoargentinisch.


Montag, 8. Oktober 2018

Unter die Räuber gefallen


Als ich am Sonntagnachmittag eine Runde durch die Stadt laufen wollte und die Haustüre öffnete, lag direkt auf der Schwelle ein Obdachloser in seinem Schlafsack, quer in der Tür, und rauchte. Die Tür führt direkt ohne Stufen auf den Bürgersteig. Ich habe gegrüßt, aber war doch einigermaßen perplex. Es gibt hier viele Menschen, die auf der Straße leben und betteln. In jeder Straße sieht man einige, manchmal in Gruppen sitzend, mit Alkohol oder Zigaretten, manchmal auf Matratzen oder auf Pappe schlafend. Die Leute sagen, dass es in den letzen Jahren mehr Menschen geworden sind, die auf der Straße leben. Es gibt Einrichtungen für Obdachlose, auch die Jesuiten leiten bzw. unterstützen zwei Einrichtungen hier im Viertel: Ein Obdachlosenheim, Hogar de San José, in dem täglich fast 200 Essen ausgegeben werden und etwa 40 Männer regelmäßig übernachten. Dann noch ein Obdachlosenzentrum in der Nähe. Aber ich musste eben an diesem Sonntagnachmittag über den Mann steigen, um das Haus zu verlassen, und die Tür hinter mir mit einem langen Arm zuziehen. Fast hätte sich sein Schlafsack eingeklemmt. Er war etwa in meinem Alter. Ich habe ihn gefragt, ob es ihm gut geht - und er hat ganz normal geantwortet. Er hat nicht gebettelt, hat nichts weiter gesagt. Als ich eine Stunde später wiederkam, war er weg. Daran musste ich denken, als ich heute das Evangelium las.

Donnerstag, 4. Oktober 2018

Geschichten

https://youtu.be/kAMh2SoYY7g Es gibt eine neue Seite der Berufungspastoral, auf der ich in einem Film zu sehen bin. Ich erzähle einen wichtigen Teil meiner Geschichte, nicht mehr und nicht weniger. Viel Freude!

Montag, 1. Oktober 2018

Santa Fe la Vera Cruz - Colegio de la Inmaculada Concepción


Die letzte September-Woche war ich in Santa Fe zu Gast, wo ich 2012/13 für ein Jahr im Kolleg mit­ge­arbeitet habe. Es war eine Woche voller guter Begegnungen und schöner Überraschungen. Die Kommunität dort hat sich seitdem verändert, aber im Kolleg habe ich viele Bekannte, ja auch Freunde wiedergetroffen. Es ist ein Freude zu sehen, wie gut sich das Kolleg weiterentwickelt hat und was aus den Schülern von damals geworden ist: Einige von den „Kleinen“ machen jetzt ihren Abschluss, die „Abiturienten“ von vor fünf Jahren, mit denen ich viel unterwegs war, studieren bzw. arbeiten teilweise schon als Lehrer oder Erzieher im Kolleg mit. Es gibt auch dort finanzielle Probleme, die Gewalt in der argentinischen Gesellschaft hat eher zugenommen, viel Armut in unmittelbarer Nähe. Aber aus dem Schulentwicklungs­prozess, der dort 2012 begann, konnten verschiedene Projekte weitergeführt werden, z.B. das ignatianische Gebet (ähnlich wie die Erzählgottesdienste), die Mentoren für alle Stufen, die „Nebenexperimente“ für die älteren Schüler. Ich habe von den Entwicklungen in Bonn berichtet. Es tut sich viel an unseren Schulen! Außerdem gab es noch ein Treffen von jungen Menschen, die Kranke im Hospital besuchen - davon ein Bild, auf dem die Geste hoffentlich keine politische Äußerung ist.