Dienstag, 27. Mai 2025

Triggerpunkte



Predigt  Sechster Sonntag der Osterzeit C 2025, Predigt | Hamburg, Manresa

Les: Apg 15, 1–2.22–29.

Gestern fand in Hamburg ein „Bistumstag“ statt. Denn die Kirche in Hamburg steht vor enormen Herausforderungen, wie sie den Glauben in den nächsten Jahren in dieser internationalen, multikulturellen Stadt und in diesem Bistum leben will und wie sie ihn weitergeben kann.

Auch die frühe Kirche in Jerusalem und Antiochia stand im ersten Jahrhundert vor enormen Herausforderungen, wie sie den Glauben der kleinen Schar der Jesus-Freunde in den verschiedenen Kulturen des Mittelmeerraums weitergeben konnte. Denn die Gruppe aus Galiläa und Jerusalem wuchs in Antiochia zu einer großen Bewegung, zu der nicht nur Juden gehörten, sondern Nicht-Juden („Heiden“). Sie kamen aus anderen Völkern und hatten das Evangelium überraschenderweise angenommen. Sie bekannten Jesus Christus als Sohn Gottes und als Erlöser der Welt und ließen sich taufen.

Es waren einerseits Menschen, die nach dem jüdischen Gesetz lebten, die sogenannten „Gottesfürchtigen“. Sie hielten die Speisevorschriften der Juden ein und ließen sich beschneiden. Es waren anderseits Menschen, die nicht nach dem jüdischen Gesetz lebten, und trotzdem getauft wurden. In Antiochia nannte man diese Gemeinschaft aus Juden und Nicht-Juden zum ersten Mal „Christen“. Und von dort wurden Paulus und Barnabas ausgesandt, und zwar explizit nicht nur zu den Juden, sondern auch zu den Heiden. Staunend berichtet Paulus davon. Die Apostelgeschichte ist auf dem Hintergrund dieser großartigen Ereignisse entstanden.

So kam die Frage auf, was das nun in Zukunft bedeutet. Ob alle Christen grundsätzlich nach dem Gesetz des Mose leben sollten, weil ja Jesus so gelebt hat und das Gesetz von ihm nicht aufgehoben wurde. Oder ob es sozusagen zwei Weisen gibt, zu Christus zu gehören, nämlich als Jude und als Nicht-Jude. Diese Frage wurde damals den Aposteln und den Ältesten der Gemeinde in Jerusalem vorgelegt. Davon berichtet der Abschnitt der Apostelgeschichte, den wir gehört haben.

Die Entscheidung, die damals getroffen wurde, war von großer Bedeutung. Und zwar sowohl die Weise, wie sie gefunden wurde, als auch der Inhalt. Denn es ging letztlich darum, wie die Botschaft von Jesus Christus Menschen nahegebracht werden kann, die einen anderen kulturellen Hintergrund haben.

Heute haben wir das Ergebnis der Beratungen gehört. Der Weg, den die junge Kirche gefunden hat, baut auf der jüdischen Tradition auf. Der jüdischen Tradition zufolge gibt es drei Arten von Lebensregeln mit unterschiedlichen Adressaten:

a/ erstens gibt es Lebensregeln, die für alle Menschen gelten, weil alle von Gott geschaffen sind. Dazu gehört zum Beispiel das Verbot zu töten und andere zu berauben.

b/ zweitens gibt es Lebensregeln, die nur für das Volk Gottes gelten, insbesondere die Speisegebote, die Beschneidung, oder die Gebote zur Gottesverehrung, den Sabbat zu heiligen.

c/ und drittens gibt es einzelne wenige Gebote, die den Fremden, die in Israel wohnten, auferlegt waren. Sie beschreiben ein Mindestmaß an religiösem Respekt im Umgang miteinander, der sich durch den Schutz der Würde des Lebens ausdrückt. Es geht also hier nicht um moralische Regeln, sondern es geht eigentlich um das erste Gebot, um den Respekt vor dem Gott des Lebens; Regeln, die für alle Menschen im Miteinander gelten. Verstöße gegen diese Regeln waren für Juden damals sozusagen „Triggerpunkte“.

Diese wenigen Regeln werden als das notwendige Mindestmaß im Umgang miteinander beibehalten. So sehen es auch die Apostel, wenn sie sagen: es soll "euch keine weitere Last auferlegt werden als diese notwendigen Dinge." Das bedeutet, diese Dinge kommen nicht hinzu, denn sie gelten von jeher. Sie sind keine zusätzliche Last, denn diese Regeln ermöglichen das Zusammenleben; es sind eben: „notwendige Dinge“.

Es geht um drei Bereiche des Lebens, die hier angesprochen werden: Die religiöse Ausrichtung des Lebens, die Achtsamkeit bei der Ernährung und die Grenzen von Sexualität.

1/ Das Verbot von Götzenopferfleisch. Es meint eine Erhaltung von dem Nutzen, den ich selbst daraus ziehen kann, dass andere Menschen ihr Leben falsch ausrichten. In der Sprache der Bibel: Götzen opfern. Ich selbst darf nicht anderen Göttern opfern, das ist sowieso klar. Aber ich darf eben auch nicht das gute Fleisch essen, das übrigbleibt, wenn andere Menschen das tun!

Es ist doch auch heute so: Menschen machen sich unfrei und opfern ihr Leben für Dinge und Ziele, die dem Leben selbst widersprechen. Was sind diese Herrschaftsansprüche und Götzen heute die Menschen unfrei machen? „Diese Wirtschaft tötet“, hat der verstorbene Papst Franziskus im Blick auf die weltweite Ausbeutung und den Menschenhandel gesagt. Auch wenn wir selbst nicht an diese Götzen von Konsum und Geld und Erfolg glauben, in welcher Weise profitieren wir aber davon? Wo setze ich damit meine eigene Freiheit aufs Spiel?

2/ Das Verbot von Ersticktem und Blut. Es meint Enthaltung von Nahrung, die ohne Bewusstsein für den Wert des Lebens produziert wurde. Konkret war es damals so, dass nur geschächtete Tiere gegessen werden durften, d.h. Tiere, aus denen das Blut vollständig herausgelaufen war. Das Blut ist nach der jüdischen Vorstellung der Sitz des Lebens, und damit heilig.

Die Achtsamkeit für das, was ich esse, die Achtsamkeit für die Tierhaltung, eine Lebens- und Ernährungsweise, die die Würde der Schöpfung respektiert: All dies scheint mir heute aktueller denn je! Zehn Jahre nach der Veröffentlichung der Enzyklika „Laudato Si“ ist in der Welt schon viel in dieser Richtung geschehen, aber viel ist noch zu tun. Viel zu oft wird die Schöpfung ausgebeutet, werden Tiere zu Produktionsgütern. In so vielen Bereichen unseres Lebens braucht die Gesellschaft eine Umkehr, denn die ökologische Krise ist zugleich auch eine soziale Krise.

Die Ernährung mit Respekt vor dem Leben der Tiere könnte tatsächlich ein Schlüssel sein für unseren Weg aus der Krise. Das meint nicht, dass ich mich künftig nur noch vegan ernähren muss, aber es meint durchaus ein Bewusstsein für das, was ich esse und wie es produziert wurde.

3/ Schließlich das Verbot von Unzucht (griechisch porneia). Das meint die Enthaltung von verkehrter Sexualität. Es geht hier nicht um unmoralisches Verhalten zwischen Menschen, wie zum Beispiel den Ehebruch, sondern es geht um eine Weise, die Sexualität auszuleben, die der Liebe und dem menschlichen Leben grundsätzlich widerspricht: sexuelle Gewalt, sexuelle Ausbeutung, Inzest.

In Israel gab es klare und weitreichende Verbote von sexuellen Beziehungen zwischen Verwandten, die im Buch Levitikus (Lev 17-18) nachzulesen sind, und die nicht nur biologisch zu begründen sind, wie zum Beispiel das Verbot der Ehe mit Verwandten, auch mit Stiefkindern. Auch das klare Verbot, die eigenen Kinder für Dienste an den "Moloch" zu verkaufen, gehört dazu - was auch immer das im Kontext von verkehrter Sexualität zu bedeuten hat! Wenn wir heute auf unsere Gesellschaft blicken, dann scheint mir klar, dass diese Hinweise zu einer Enthaltung von grundsätzlich verkehrter Sexualität sehr aktuell ist!

Keine weiteren Lasten, sondern nur diese notwendigen Dinge, die den Respekt vor der Würde des Lebens zum Ausdruck bringen: Keinen Nutzen ziehen aus dem verkehrten Glauben und Verhalten der anderen ziehen, Achtsamkeit bei der Ernährung und die Grenzen von Sexualität zu respektieren.

Weil unser Gott ein Gott des Lebens ist, deshalb glaube ich, dass nicht nur die Art und Weise, wie die Apostel damals entschieden haben, sondern auch der Inhalt für uns heute eine Bedeutung haben. Es geht darum, den Glauben in einem neuen, anderen kulturellen Kontext zu verkündigen und andere Lebensformen zu akzeptieren - ohne die Verbindung zu einigen grundlegenden Regeln aus Respekt vor der Würde des Lebens zu verlieren. Wenn unsere Kirche hier im Erzbistum Hamburg dies schafft, dann werden wir gut in die Zukunft gehen.

(nach einer Idee von Pater Martin Löwenstein SJ: https://www.martin-loewenstein.de/predigt-6-sonntag-der-osterzeit-c-2022.html

Montag, 5. Mai 2025

Freundschaft mit Jesus

 


Predigt Dritter Sonntag der Osterzeit C | Hamburg 2025

Les: Apg 5,27b-32.40b-41; Offb 5,11-14; Joh 21,1-19 

Der auferstandene Herr Jesus Christus spricht Petrus an, ganz persönlich: „Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich?“ (21,16). Wie wäre das, wenn der auferstanden Herr Jesus Christus Sie ganz persönlich anspricht: Katharina, Christian, Susanne, Benedikt, Barbara, Christoph - liebst du mich? Wie würden Sie reagieren?

Vielleicht probieren Sie es mal aus, sich das vorzustellen: Jesus Christus kommt auf Sie zu. Spricht er Sie von vorne an oder eher von der Seite? Von oben oder auf Augenhöhe? Wie ist sein Blick, wenn er Sie anschaut? Liebevoll oder skeptisch? Voll Vertrauen oder fragend, flehend? Und was würden Sie auf seine Frage antworten? […]

Vielleicht geht es Ihnen gerade so wie es Simon Petrus ging, dass sie nicht recht wissen, was sie Jesus ehrlicherweise antworten sollen und können. „Liebst du mich?“ Was für eine Frage! Und dreimal dieselbe Frage? Ist da jemand schwerhörig, oder schwer von Kapee? Und was bedeutet die Antwort des Simon? Ist es ein dreifaches Ja? Aber warum wird Petrus dann traurig? (21,17)

Die Textstelle wird selten im Gottesdienst gelesen. Sie ist tatsächlich nicht so leicht zu verstehen. Es gibt verschiedene Wortpaare bzw. Ausdrücke, die scheinbar dasselbe bezeichnen: Schafe / Lämmer oder hüten / weiden oder wissen / erkennen oder lieben / liebhaben. Ist das alles das gleiche?

Wer das Evangelium des Johannes kennt und seinen Sinn für Sprache, der ahnt: hier geht es um wesentliche Nuancen, die Wörter bedeuten eben nicht alle das gleiche. Johannes kennt das Alte Testament sehr gut und das hilft uns, dieses Evangelium selbst besser zu verstehen.

Das Wortfeld vom Hirten, kommt zum Beispiel im Buch Ezechiel mehrfach vor. Dort ist vom göttlichen Hirtenauftrag an die Führung des Gottesvolkes die Rede, an die Ältesten und die Priester. Sie sollen für die Herde sorgen, die ihnen anvertraut ist. Sie sollen die Starken (die Schafe) nicht ausbeuten, sie sollen sie hüten. Und sie sollen die Schwachen und Kleinen (die Lämmer), pflegen und weiden, sie sollen sie füttern und päppeln. Schafe hüten und Lämmer weiden. Nicht für alle das gleiche, sondern jedem das Seine - das ist wirklich Gerechtigkeit!

Auch wissen und erkennen ist nicht das gleiche. Wissen bezieht sich auf etwas, dass mir seit langem bekannt ist, was ich weiß. Erkennen ist punktuell, der Moment, in dem sich mein Wissen verändert.

Und schließlich: lieben und liebhaben ist nicht das gleiche. Wenn sie ihr Partner oder ihre Partnerin fragt: „Liebst du mich?“ Und sie antworten: „ich hab‘ dich lieb“ oder griechisch: „ich bin gern dein Freund“, dann werden beide spüren: Da stimmt etwas nicht. Freundschaft ist großartig. Sich gernhaben ist schön. Aber Liebe ist irgendwie mehr als Freundschaft: eine besondere Freundschaft, bei dir das eigene Leben eingesetzt wird.

Darum geht es doch Jesus bei seiner Frage an Petrus. Er sagt ihm: wir sind Freunde, und wir bleiben es, trotz allem, was passiert ist, trotzdem du mich verraten hast. Aber wirst du auch dein Leben hingeben für mich, so, wie ich es für dich getan habe? Beim Abendmahl hatte Jesus gesagt, ich nenne euch Freunde und am Kreuz hat er sein Leben für sie hingegeben aus Liebe.

Deshalb die erste Frage: „Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese?“ (21,15). Damit kann gemeint sein: „Liebst du mich mehr, als du diese liebst?“ oder auch: „Liebst du mich mehr, als diese mich lieben?“ Wie auch immer: Petrus zögert. Er weiß nicht, was er sagen soll. Er möchte dieses Mal ehrlich sein. Er sagt: „Du weißt, dass ich dich gernhabe, dass ich dir freund bin.“ Er gesteht seine Begrenztheit seine Schwäche.

Aber Jesus fragt weiter und gibt nicht auf. Er reduziert die Frage: na gut, wenn du mich nicht mehr liebst als die anderen mich lieben, was ich gedacht und gehofft habe: liebst du mich denn überhaupt? Und wieder erreicht Petrus mit seiner Antwort nicht die Güte und Liebe, die ihm von Jesus entgegenkommt und geschenkt wird. Seine Antwort ist die gleiche: „Ja, du weißt, dass ich dir freund bin.“ Ob Jesus enttäuscht war, ob dieser kleingläubigen Antwort? Er fragt jedenfalls noch ein drittes Mal, und er begibt sich auf das Niveau von Petrus. Er will nichts erzwingen. Petrus ist ehrlich aber begrenzt, die Liebe fehlt. Und so fragt Jesus: „Simon, bist du mir freund?“ Und da kann Simon aus ganzem Herzen „Ja“ sagen. Aber zugleich wird er traurig, weil er sieht, dass Jesus erkannt hat, wie klein und begrenzt seine Liebe ist. Es ist eine für Petrus beschämende Erkenntnis, angesichts der Freundschaft und Liebe Jesu zu ihm und zu den anderen Jüngern.

Das Evangelium bleibt nicht bei der Traurigkeit und der Erkenntnis und der eigenen Begrenztheit stehen, sondern Jesus gibt Petrus einen Auftrag und er zeigt ihm den Weg, wie er in der Liebe wachsen kann. Er sagt zu ihm: „Weide meine Lämmer, hüte meine Schafe, weide meine Schafe.“ Er schickt ihn in die Pastoral. Er soll Pastor werden. Es sind Jesu Schafe und Jesu Lämmer, um die er sich kümmern soll. Er soll sich mehr um das Leben der anderen Sorgen als um das eigene Leben. Das ist das Heilmittel, das Jesus ihm schenkt. Weg von der Nabelschau, nicht mehr den Blick auf die eigene Schwäche, die eigenen Grenzen zu richten, sondern auf die Nöte und Sorgen der anderen.

Und Jesus macht ihm zugleich eine Verheißung: Auch wenn deine Liebe jetzt noch begrenzt ist, es wird der Moment kommen, indem deine Liebe groß genug ist, dein Leben hinzugeben für die anderen und für mich.

Jesus verspricht Petrus das Martyrium. Er deutet an, durch welchen Tod Petrus Gott verherrlichen wird, wenn er sagt, dass er geführt werden wird, wohin er nicht will. Seine Lebenshingabe wird kommen, nach der Sorge und der Hingabe und dem Dienst an die anderen. Der heilige Augustinus schreibt: Petrus wird sein Leben hingeben, in Liebe für Jesus, mit dem zu sterben er beim Abendmahl in „verdrehter Voreiligkeit“ versprochen hatte.

Dreimal die Frage nach der Liebe. Was würden wir Jesus antworten? Und wenn wir noch nicht aus vollem Herzen und mit ganzer Hingabe „ja“ sagen können, wird es vielleicht auch uns helfen, mal mehr auf die anderen zu achten und ihre Sorgen zu teilen. Die anderen Menschen der Sorge Jesu anzuvertrauen und selbst einen kleinen Dienst übernehmen. Es gibt so viele Menschen um uns, die keinen Hirten haben. Amen.

Text Joh 21,15-17 (Dieter Böhler):

Als sie nun gegessen hatten, sagt Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese? Er sagt zu ihm: “Ja, Herr, du weißt, dass ich dir freund bin.” Er sagt zu ihm: “Weide meine Lämmer!” Er sagt zu ihm wiederum, ein zweites Mal: “Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich?” Er sagt zu ihm: “Ja, Herr, du weißt, dass ich dir freund bin.” Er sagt zu ihm: “Hüte meine Schafe!” Er sagt zu ihm das dritte Mal: “Simon, Sohn des Johannes, du bist mir freund?” Da wurde Petrus traurig, weil er ihm beim dritten Mal sagte “Du bist mir freund?” und sagt zu ihm: “Herr, du weißt alles, du erkennst, dass ich dir freund bin.” [Jesus]23 sagt zu ihm: “Weide meine Schafe! Amen, amen, ich sage dir: als du jünger warst, hast du dich selbst gegürtet und bist hingegangen, wohin du wolltest. Wenn du aber älter geworden sein wirst, wirst du deine Hände ausstrecken und ein anderer wird dich gürten und hinbringen, wohin du nicht willst.“ Das aber sagte er um zu bezeichnen, durch welchen Tod er Gott verherrlichen werde. Und indem er das sagte, sagt er zu ihm: “Folge mir!”

Vgl. Dieter Böhler, Liebe und Freundschaft im Johannesevangelium. Zum alttestamentlichen Hintergrund von Joh 21,15-19, in: Biblica 96/2015, H.4, S. 599-608.

 

 

Montag, 28. April 2025

Ostern 2025


Predigt 2. Sonntag der Osterzeit C | Hamburg 2025

Les: Apg 5,12-16; Offb 1,9-11a.12-13.17-19; Joh 20,19-31

„Was für ein Osterfest!“, so schrieb mir eine Bekannte in den vergangenen Tagen. Mit dem Tod von Papst Franziskus am Ostermontag und dem Abschied von Erzbischof Werner bleiben diese Tage im heiligen Jahr hier in Hamburg für viele Menschen sicherlich in besonderer Erinnerung. Ostern 2025 - drei Gedanken dazu.

1/ persönlich und gemeinschaftlich

Vielleicht haben manche dieses kleine Video vom Mittwoch gesehen, von Schwester Geneviève Jeanningros, 82 Jahre, eine „kleine Schwester“ aus Frankreich, die mit Papst Franziskus seit vielen Jahren befreundet war und an seinem Sarg Abschied nehmen wollte. Ein blaues Ordensgewand, ein abgesetzter Rucksack, ein Taschentuch in den Händen, viel mehr sieht man nicht von ihr, aber man erkennt ihre Liebe. Sie lebte jahrelang unter Zirkusleuten, Obdachlosen, Transgender-Menschen und begleitete sie oft zur Audienz beim Papst. Sie stand am Sarg, offensichtlich laut Protokoll völlig deplatziert, hielt sich nicht an die Reihenfolge und betete. Nachher sagte sie, Franziskus sei für sie ein Vater, ein Bruder, ein Freund gewesen, und sie wollte ihm noch einmal die Menschen bringen, die ihr anvertraut sind.

Abschied, Dankbarkeit, Trauer, Freude über das neue Leben, das uns mit dem Tod und der Auferstehung Jesu geschenkt wurde, das hat stets eine gemeinschaftliche und eine persönliche Dimension!

Im Johannes-Evangelium, aus dem wir gerade gehört haben, ist die Erscheinung Jesu vor allen Jüngern am Osterabend gerahmt von zwei ganz persönlichen Begegnungen mit dem Auferstandenen. Am Morgen mit Maria von Magdala am Grab und am Sonntag nach einer Woche mit Thomas, dem Zwilling, der am Osterabend nicht dabei gewesen war. Aber auch diese beiden persönlichen Erfahrungen haben etwas mit der Gemeinschaft zu tun: Maria von Magdala geht zu den Jüngern und bringt Ihnen die Osterbotschaft. Die Begegnung mit Thomas, die persönliche Hinwendung an ihn, und wie Jesus auf seine Fragen und seine Zweifel eingeht, geschieht mitten unter den anderen.

Das ist vielleicht die erste Botschaft, die wir heute Abend hören dürfen: im Tod und im Leben, beim Abschied, in der Trauer, in der Dankbarkeit, in der Freude - in allem, was wir als bedeutsam in unserer Gottes Beziehung ansehen, brauchen wir die anderen. Ostererfahrung wird nicht im stillen Kämmerlein zuteil. Es gibt an Ostern keine private Erbauung im Wohnzimmer. Auch wenn Gebet oft in Stille geschieht, auch wenn wir manchmal den Rückzug brauchen, auch die Einsamkeit und selbst wenn wir in Trauer uns einsam und verlassen fühlen: es ist das Bild von der Versammlung der Jüngerinnen und Jünger und Jesus in ihrer Mitte (V19 und V26!), das uns Ostern werden lässt, d.h. Begegnung mit dem Herrn schenkt.

2/ Wunder und Wunden

Das Wunder der Auferstehung ist für Thomas durch die Erzählung der anderen Jünger nicht nachvollziehbar. Was wir an Ostern feiern, übersteigt unseren Verstand. Ein Mensch mit einem Leib, der durch verschlossene Türen gehen kann? Im Zentrum der Erzählung aus dem Johannes Evangelium steht aber nicht das Wunderhafte, sondern vielmehr das Wunderbare: die Wirkungen der Auferstehung. Der Auferstandene schenkt Frieden, Vergebung, Freude.

Thomas erkennt den Herrn an seinen Wunden. Die Auferstehung ist kein Wunder, dass einen reinen, neuen Leib erzeugt, sondern es bleiben die Male der Nägel, die Seitenwunde, die Erfahrungen und das Leid bestehen und werden doch verwandelt. „Durch seine heiligen Wunden, die leuchten in Herrlichkeit, behüte und bewahre uns Gott der Herr“, so beten wir beim Entzünden der Osterkerze.

Das Leid ist nicht weggewischt, aber das Leiden am Leiden ist vorüber und genau das schenkt Trost. [Etymologisch gibt es zwischen Wunder und Wunden keine Verbindung, inhaltlich aber offenbar schon].

3/ anhauchen und empfangen

Und ein dritter Gedanke: die Erfahrung des auferstandenen Jesus ist damit verbunden, dass Jesus seine Jüngerinnen und Jünger anhauchte. Diese Anhauchung erinnert an das erste Anhauchen Gottes bei Erschaffung des Menschen, so wie im Buch Genesis erzählt wird: „Gott, blies in seine Nase den Lebensatem. So wurde der Mensch zu einem lebendigen Wesen.“ (Gen 2,7) Diese erste Hauchung war durch die freiwillig begangenen Sünden ausgelöscht worden. Nun schenkt Jesus seinen Jüngern neues Leben und er befreit sie aus der Bedrängnis.

Ob nun diese Anschauung selbst schon die Geistgabe ist (durch Jesus Christus), oder ob es die Vorbereitung auf die Geistgabe von oben ist (von Gott Vater), darum ist viel gestritten worden. In jedem Fall ist es ein Akt der Neuschöpfung: neues Leben wird geschenkt. Das neue Leben gründet dem Tod und in der Hingabe Jesu, wird im sehenden Erkennen angeeignet und im Sündennachlass weiter geschenkt. Leben empfangen und weitergeben. Das ist unser Dienst. Halleluja! Was für ein Osterfest!

Dienstag, 22. April 2025

Franziskus


Zum Tod von Papst Franziskus.

Erinnern Sie sich an den 13. März 2013? Es war der Tag der Wahl von Papst Franziskus. Am Abend trat er auf den Balkon und begrüßte nach seiner Wahl die Gläubigen auf dem Petersplatz. Ich war damals in Argentinien und ich habe das Erstaunen und die Ratlosigkeit der Mitbrüder erlebt, was diese Wahl bedeuten wird für die Kirche und für unsere Ordensgemeinschaft.

Ich bin ihm persönlich nie begegnet, aber vielen seiner Weggefährten und ich habe viele seiner Schriften mit großem Gewinn gelesen, aus seiner Zeit als Jesuit, und aus seiner Zeit als Papst. Ich denke an einen wahren Vater, ein herausforderndes Vorbild, und einen Verbündeten im Gebet.

An dem Abend nach seiner Wahl 2013, als er die Gläubigen auf dem Petersplatz begrüßte, finden wir in seinen ersten Worten bereits zwei wesentliche Dimensionen seines Dienstes: die Bedeutung des gemeinsamen Gehens, Bischof und Volk, auf einem Weg der Brüderlichkeit, Liebe, des Vertrauens und der Hoffnung; und die Zentralität des Gebets, insbesondere des Fürbittgebets.

a/ Die weltweite Bischofssynode und der Aufmerksamkeit gegenüber der Synodalität als konstitutive Dimension des Kirche-Seins, zeigt deutlich dieses „gemeinsame Gehen“. Dies vermindert in keiner Weise den Primat des Petrus oder die Verantwortung der Bischöfe; im Gegenteil, es ermöglicht, diese Verantwortung mit der bewussten Teilnahme aller Getauften, des Gottesvolkes auf dem Weg, auszuüben, indem die Anwesenheit und das Wirken des Herrn durch seinen Heiligen Geist im Leben der kirchlichen Gemeinschaft erkannt werden.

b/ Die Einladung zum Gebet, die er in jener Nacht allen Gläubigen machte, ist in unserer Erinnerung fest verankert: „Lasst uns gemeinsam beten, Bischof und Volk. Ich bitte euch, für mich zu beten, dass der Herr mich segnen möge.“ Während seines Pontifikats schloss er stets seine Reden, einschließlich des Angelus am Sonntag, mit derselben Einladung: „Bitte vergesst nicht, für mich zu beten.“ Er hörte nie auf, uns daran zu erinnern, wie das Gebet aus dem Vertrauen auf Gott und der Vertrautheit mit Ihm geboren wird. Im Gebet können wir das Geheimnis des Lebens der Heiligen entdecken.

Wenn er uns Jesuiten ansprach, betonte er stets die Bedeutung, in unserem Leben und unserer Mission genügend Raum für das Gebet und die Aufmerksamkeit auf die geistliche Erfahrung zu reservieren. In seinem Brief vom 6. Februar 2019, in dem er seine Zustimmung und Bestätigung der Universalen Apostolischen Präferenzen mitteilte, schrieb er an unseren Generaloberen: „Die erste Präferenz (den Weg zu Gott durch die Geistlichen Übungen und die Unterscheidung zu zeigen) ist entscheidend, weil sie die Grundvoraussetzung für die Beziehung des Jesuiten zum Herrn voraussetzt, in einem persönlichen und gemeinschaftlichen Leben des Gebets und der Unterscheidung. […] Ohne diese betende Haltung werden die anderen Präferenzen keine Früchte tragen.“

Papst Franziskus hatte einen wachen Blick auf das Geschehen in der Welt, um allen ein Wort der Hoffnung zu bieten. Die außergewöhnlichen Enzykliken „Laudato Si'“ (2015) und „Fratelli tutti“ (2020) offenbaren eine klare Analyse des Zustands der Menschheit und zeigen gleichzeitig im Licht des Evangeliums die Wege auf, die Ursachen so vieler Ungerechtigkeiten zu beseitigen und Versöhnung zu fördern.

Für Papst Franziskus war der Dialog miteinander, zwischen politischen Gegnern oder zwischen Religionen und Kulturen das Mittel, um Frieden und soziale Stabilität zu fördern, ein Umfeld gegenseitigen Verstehens zu schaffen, sich füreinander zu sorgen und einander solidarisch zu unterstützen.

Unvergesslich ist mir der Abend des Gebets, zu dem er angesichts der Corona-Pandemie im März 2020 aufrief und er selbst auf dem leeren Petersplatz stand

Vorbildlich ist für mich seine ständige Sorge um den Frieden angesichts von Intoleranz und Kriegen, die das internationale Zusammenleben bedrohen und unermessliches Leid unter den Wehrlosesten verursachen

Prophetisch wirkte sein Mitgefühl mit den vielen weltweit Vertriebenen, insbesondere jenen Menschen, die gezwungen sind, ihr Leben zu riskieren, indem sie das Mittelmeer überqueren.

Wir trauern, zusammen mit vielen Menschen auf der Erde, Katholiken und andere, über das Ende des irdischen Lebens von Papst Franziskus. Wir tun dies aus einem tiefen Mitgefühl und mit der festen Hoffnung auf die Auferstehung, weil unser Herr Jesus den Menschen die Tür zum ewigen Leben geöffnet hat. Wir beklagen den Tod eines Mannes, der sich in den Dienst der Universalkirche stellte und das Petrusamt mehr als 12 Jahre lang ausübte. Als Jesuiten nehmen wir Abschied von einem Mitbruder, mit dem wir dasselbe geistliche Charisma teilten und dieselbe Art, unserem Herrn Jesus Christus nachzufolgen.

Wir sind von seinem Abschied bewegt, und dennoch entspringt eine tiefe Dankbarkeit aus unserem Herzen gegenüber Gott, dem Vater, reich an Barmherzigkeit, für so viel Gutes, das wir durch den Dienst eines ganzen Lebens empfangen haben, und für die Weise, wie Papst Franziskus die Kirche während seines Pontifikats geführt hat, in Gemeinschaft und Kontinuität mit seinen Vorgängern, im Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils.

Der Herr schenke ihm die ewige Ruhe - und das ewige Licht leuchte ihm. Herr, lass ihn ruhen in Frieden. Amen.

 

Bewegung


Predigt Ostersonntag 2025 | Hamburg -
Ostern bringt in Bewegung

Les: Apg 10,34a.37-43; Kol 3,1-3 oder 1Kor 5,6b-8; Joh 20,1-18

1/ Bewegung

Da ist etwas in Bewegung gekommen. Das Evangelium vom Ostermorgen berichtet zunächst von Maria, die am frühen Morgen, kurz nachdem sie entdeckt hatte, dass der Stein nicht mehr vor dem Grab lag, zu Simon Petrus und zu dem anderen Jünger lief, um Ihnen davon zu berichten. Dann laufen diese beiden Jünger zum Grab, der eine schneller als der andere. Sie beugen sich vor bzw. gehen in das Grab hinein und sehen - nichts. Nur die Leinenbinden und das Schweißtuch. Sie gehen wieder nach Hause zurück.

Maria geht zum Grab, beugt sich hinein und sieht die Engel, wendet sich um, sieht Jesus und er kennt ihn nicht. Sie spricht mit ihm und denkt, es sei der Gärtner, bis er sie beim Namen ruft. Da erkennt sie ihn. Sie geht zu den anderen Jüngern und erzählt Ihnen, was er ihr gesagt hat.

Ostern bringt in Bewegung. Nach dem Karfreitag, an dem die Frauen mit der Mutter Jesu beim Kreuz standen, in ihrer Trauer verharren und dabeibleiben konnten; und nach dem Karsamstag, an dem mit dem erschreckenden Tod alles zum Stillstand gekommen ist, geschieht nun plötzlich Aufbruch, Umwendung, Bewegung.

Jesus Christus, der am Kreuz starb und begraben wurde, er lebt! Der im Tod war hat den Tod überwunden! Die trauernde Maria (ihr Blick ist von Tränen getrübt), wendet sich um und hört den Klang der Stimme, die sie beim Namen ruft. Und dann erkennt sie ihn, der ihr Leben verwandelt, weil seines verwandelt ist.

2/ world changing

Kurz vor Ostern bekam ich eine E-Mail-Nachricht von einem Mann, der heute Abend getauft wird, mit dem Betreff „world changing“. In dieser E-Mail berichtet er von den Bewegungen und Veränderungen, die in seinem Leben in den vergangenen Monaten mit der Vorbereitung auf die Taufe geschehen sind. Und vielleicht geht es nicht nur ihm so, vielleicht werden auch anderen von Ihnen sagen: Meine Welt hat sich verändert; oder: ich habe einen neuen Blick auf die Dinge, oder: meine Haltung zum Leben hat sich verändert, ausgehend von der Dankbarkeit für das Leben und für alles das, was in Ihrem Leben geschieht, ohne, dass sie das selbst vollständig begreifen können.

Ich denke, sie alle, die heute getauft werden oder in die Kirche aufgenommen und gefirmt werden, werden auf die ein oder andere Weise sagen, dass sich bei Ihnen in den vergangenen Monaten etwas verändert hat. Es ist etwas in Bewegung gekommen, in ihnen, um sie herum, mit ihnen. Diese Veränderungen haben damit zu tun, dass sie sich auf die Suche gemacht haben und sich haben ansprechen lassen.

3/ Berufung

Am Anfang des Wirkens Jesu im Johannesevangelium steht die Berufung seiner Jünger mit der einfachen Frage: „Was sucht ihr?“ (Joh 1,35) Und der gleichen Fragen begegnen wir am Ende, im Osterevangelium, noch einmal. Jesus fragt Maria Magdalena: „Wen suchst du?“ (Joh 20,15) Es ist die gleiche Frage, und doch ist sie anders, verändert. Bei den Jüngern, hier bei Maria Magdalena, ist aus der unpersönlichen Sinnsuche („was suchst du?“) eine persönliche Beziehung zu einem Menschen geworden („Wen suchst du?“)

Und wie ist das bei Ihnen? Auch Sie haben etwas bzw. jemanden gesucht, sonst hätten Sie sich nicht auf den Kurs und die Vorbereitung eingelassen. Sie haben sich diese Frage stellen lassen und in den vergangenen Monaten versucht, darauf eine Antwort zu geben. Vielleicht hat sich auch bei Ihnen diese Frage in den letzten Monaten verändert. Was würden Sie heute auf diese Frage antworten? Was oder wen suchst Du?

Die Hinwendung zu Jesus Christus, die sie heute vollziehen, ist die Antwort auf Ihre Berufung. Taufe ist Berufung! Sie werden auf den Namen des dreieinen Gottes getauft- und mit ihrem Namen gerufen und gesalbt.

4/ Wandlung

Ostern ist etwas in Bewegung gekommen. Es verwandelt sich etwas. Veränderung ist nicht immer leicht, manchmal ist sie mit Trauer mit Abschied und Neubeginn, manchmal auch mit Mühe verbunden. Tatsächlich reicht das, was wir an Ostern feiern, viel tiefer, als wir verstehen können. Jesus ist bis in die Tiefen des Todesreiches hinabgestiegen. Ostern bedeutet neues Leben, aber nicht so, wie man im Computerspiel ein neues Leben bekommt und einfach von vorne beginnt. Ostern ist eine Transformation, eine Verwandlung von Leben.

Das Bild vom Schmetterling ist bekannt. Es wird oft genommen, um dieses neue Leben zu verdeutlichen: wie die Raupe sich einpuppt und dann aus dem Kokon der neue Schmetterling schlüpft, so ist auch das neue, das ewige Leben, das Jesus vom Vater geschenkt wird, eine ganz neue Wirklichkeit und nicht einfach eine Fortsetzung des gleichen.

Erst vor kurzem habe ich erfahren, wie das mit der Raupe eigentlich geschieht. Sie wird nicht einfach umgebaut, so hatte ich gedacht, so einen aus einem Bein ein Flügel wird oder so, sondern die Raupe löst sich im Kokonvölkern ständig auf, es ist nur noch eine flüssige Masse vorhanden und aus der DNA entsteht dann ein neuer Schmetterling wunderbar

Auch die Wandlung und Transformation, die mit dem Glauben verbunden ist, um als neue Menschen zu leben, ist schwieriger, manchmal aufreibender Weg. Unsere Sicht verändert sich, unser Blick unser Verstehen. Und oft erahnen wir nur, was es bedeutet, dass Gott sich aus Liebe für uns hingegeben hat. Amen.

Samstag, 19. April 2025

Frömmigkeit der Tröstung

Predigt Karfreitag 2025 | Hamburg-Langenhorn


Jahr für Jahr vergegenwärtigen wir uns am Karfreitag mit den Lesungen aus dem Propheten Jesaja, aus dem Hebräerbrief und aus dem Johannes Evangelium das Leiden unseres Herrn Jesus Christus. Im Detail hören wir von der Verhaftung, dem Verhör, der Verurteilung und der Hinrichtung bis zum Tod.

Dabei wissen wir: Die Leidensgeschichte ist mehr als ein bloßer Bericht. Sie ist Deutung und Verkündigung. Sie sagt nicht nur, was geschah, sondern auch warum und wozu es geschah. Aber was bedeutet sie für uns? Hilft es uns, wenn wir sie jedes Jahr von neuem lesen und hören und uns das Geschehen vorstellen? Verändert sich dadurch irgendetwas? Verändert sich dadurch etwas an dem, was damals geschah, so furchtbar und grausam, vor bald 2000 Jahren (im Jahr 30). Verändert sich dadurch etwas in unserer Welt heute, am Krieg in der Ukraine, im Heiligen Land, im Sudan oder Kongo, oder wo sonst gerade Menschen brutal und grausam hingerichtet werden? Verändert sich dadurch etwas in unserem persönlichen Leben hier in Hamburg, in relativer Sicherheit und Frieden, vielleicht aber auch mit Sorgen und Konflikten fragen und Krankheiten belastet?

In seiner Enzyklika „Dilexit nos“ (über die menschliche und göttliche Liebe des Herzens Jesu), erschienen im Oktober letzten Jahres, hat Papst Franziskus dazu einige wichtige Hinweise gegeben. Diesen Gedanken möchte ich gerne heute aufnehmen. Er schreibt über eine einfache und intensive Frömmigkeit, die von Anfang an zum praktisch gelebten Glauben gehörte und die sich über die Jahrhunderte erhalten hat: die Frömmigkeit der Tröstung (DN 151ff.). Was ist damit gemeint?

Viele Menschen suchen Trost. In den letzten Jahren machen sich Gefühle wie Ohnmacht, Wut, Trauer, und Betroffenheit breit. Müdigkeit stellt sich ein. Das Wort „mütend“ beschreibt dieses Gefühl, müde und wütend zu sein. Es herrscht Trostbedarf oder anders gesagt: Wir leiden an Trostlosigkeit. Der australische Umwelt-Philosoph Albrecht Glenn hat dazu einen Begriff geformt: er nennt es Solastalgie („so wie Allergie“). Das ist die Trauer und das Gefühl des Verlorenseins, der Schmerz über den Verlust der Heimat und der Umwelt.

Was kann uns trösten in diesen Zeiten? Und wir möchten ja nicht vertröstet werden, sondern wir möchten echten Trost, der sich gut von falschem Trost unterscheidet, dadurch, dass er tatsächlich etwas bewirkt.

Trost ist, so die klassische Definition von Georg Simmel, „das merkwürdige Erlebnis, dass zwar das Leiden bestehen bleibt, aber sozusagen das Leiden am Leiden aufgehoben wird.“

Und damit sind wir mittendrin in dem, was Christen heute am Karfreitag feiern. Karfreitag ist der Moment, um Jesus zu trösten. Sich daran zu erinnern, dass sein Leiden bestehen bleibt, aber zugleich das Leiden am Leiden aufgehoben wird.

Wir versuchen heute Jesus zu trösten, um auch selbst darin Trost zu finden und mit dem Trost, mit dem wir getröstet werden, auch andere zu trösten.

1/ Jesus trösten

Wir hören die Leidensgeschichte und meditieren die Selbsthingabe Jesus am Kreuz. Wir können versuchen, in diesen Momenten, die wir erinnern, Jesus Trost zu spenden. Es geht dabei nicht in erster Linie um Sühne oder Opfer oder Wiedergutmachung, sondern ganz schlicht um ein liebendes Verlangen, das im Herz des Menschen entsteht, wenn ein geliebter Mensch leidet. Der Wunsch, bei ihm sein zu wollen und ihn eben zu trösten.

Das mag sich merkwürdig anhören, wenn wir 2000 Jahre später mit Hilfe unserer Erinnerung versuchen, Zeit und Raum überwinden, um bei Jesus zu sein. Aber wer schon einmal geliebt hat, ahnt etwas von dieser Kraft der Liebe. Wirkliche Liebe ist keine Einbildung, sondern eine Beziehung, die Raum und Zeit überwinden kann. Die Beziehung zu Gott bzw. die Beziehung Gottes zu uns, seine liebende Zuwendung geschieht durch Raum und Zeit hindurch bis zu uns heute und hier.

Jesus ist am Kreuz für unsere Sünden gestorben. Das bedeutet doch, dass er sein Leben für zukünftige Sünden hingegeben hat. Und so wie seine Vergebung von damals, uns heute erreicht, so erreicht auch unsere Liebe und unser Glaube sein verwundetes Herz durch die Zeiten hindurch. (DN 153)

Die Lieder „O Haupt voll Blut und Wunden“ (GL 289) oder „Wir danken Dir, Herr Jesu Christ“ (GL 297) sind ein Ausdruck dieser Frömmigkeit der Tröstung. Die Zuwendung zu Jesus ist viel mehr als ein bloßes Erinnern, sondern eine wirkliche Verbundenheit. (DN 154, vgl. KKK 1085). Wir treten mit dem lebendigen, auferstandenen, vollkommen glücklichen Christus in Beziehung und versuchen ihn zugleich in seinem Leiden zu trösten. (DN 155)

Papst Franziskus schreibt zu der Frage, wie das möglich sein kann: „Bedenken wir, dass das auferstandene Herz Jesu seine Wunde als ständige Erinnerung bewahrt und dass das Wirken der Gnade eine Erfahrung hervorruft, die sich nicht vollständig im chronologischen Augenblick erschöpft. Diese beiden Überzeugungen erlauben uns die Annahme, dass wir es mit einem mystischen Weg zu tun haben, der alle Bemühungen der Vernunft übersteigt und das ausdrückt, was das Wort Gottes selbst uns nahelegt: „Er hat uns geliebt“. (DN 155)

2/ Getröstet werden

Jesus trösten bedeutet also, dass ich, der Mensch, der heute lebt, mit der Erinnerung der Ereignisse in Jerusalem erlebe, wie Christus das Kreuz für die Menschen trägt, wie es sich abmüht, leidet, den Hass für uns Menschen trägt, damit wir heute leben können. Und damit mich von ihm trösten lasse, der auch in seinem Leiden mich anschaut, mich kennt, für mich da ist.

3/ Andere trösten

Trost gehört also in die Beziehung zu Gott und zu Jesus Christus hinein und hat so gleich auch eine soziale Dimension. Wir dürfen anderen Menschen in ihrem Leiden beistehen, so dass das Leiden am Leiden aufgehoben wird und Menschen trotz Krankheit, Tod, Angst und Bedrängnis in ihrem Leben einen Sinn erkennen. „Tröstet, tröstet mein Volk“ (Jes 40,1) so ruft der Prophet Jesaja uns zu. (DN 162).

Die Frage, warum wir die Leidensgeschichte hören, führt uns also zu der Frage: Wie kann ich andere trösten? Denn der Weg Jesu zeigt uns vor allem: Wir brauchen keine dabei keine Angst haben. Wir dürfen das Loslassen üben, auch die Angst loslassen, die Wut und die Müdigkeit, uns nicht daran festhalten, sondern an der Zuwendung Gottes und auf ihn vertrauen, am Ende des Tages, am Ende des Lebens, am Ende der Welt.

Und wenn ich konkret wissen möchte, wie ich andere Menschen trösten kann, dann helfen vielleicht diese zwei Fragen bzw. Schritte vorher:

a/ Wie kann ich Jesus trösten?

b/ Wie möchte ich selbst getröstet werden? Was gibt mir Trost?

Wie es Paulus im zweiten Brief an die Korinther schreibt: „Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes, der uns tröstet in aller unserer Bedrängnis, damit wir auch trösten können, die in allerlei Bedrängnis sind, mit dem Trost, mit dem wir selber getröstet werden von Gott. Denn wie die Leiden Christi reichlich über uns kommen, so werden wir auch reichlich getröstet durch Christus.“ (2 Kor 1,3-5) Amen.

Montag, 31. März 2025

Freiheit



Predigt Vierter Fastensonntag C 2025 | Hamburg „Freiheit“ 

Les: Jos 5,9a.10-12; 2Kor 5,17-21; Lk 15,1-3.11-32

1/ Freiheit

« Liberté toujours ! » Obwohl ich kein Raucher bin, hat mich diese Werbung einer französischen Zigarettenmarke immer auf eigenartige Weise angesprochen. Freiheit! Dieser Ruf, dieser Schrei von so vielen Menschen, die unterdrückt und geknechtet werden. Freiheit! Die Sehnsucht von Menschen, die in Zuständen und Situationen leben, aus denen sie ausbrechen möchten. Der Ruf schallt durch die Geschichte. Freiheit ist für die Deutschen das höchste Gut!

Doch was ist Freiheit eigentlich? Die Möglichkeit zu tun und zu lassen, was ich möchte? Auf der Liste der Länder mit der höchsten „persönlichen Freiheit“ steht Deutschland (Platz 8) gut dar, unter den ersten 10 in der Welt! Dabei zählen vor allem die Selbstbestimmungsrechte, Meinungs- und Informationszugang und die Toleranz in der Gesellschaft als Indikatoren. Aber es ist klar: Grenzenlosigkeit gefährdet die Freiheit. Es braucht Sicherheit und Ordnung, um Freiheit zu wahren, denn wenn alles toleriert wird, dann zahlt man am Ende mit der Freiheit.

Freiheit hat zwei Bedeutungen: In der negativen Bedeutung, der „Freiheit von“, bezeichnet Freiheit eine Unabhängigkeit, die Ablehnung von Zwang und Fremdbestimmung, die Negation von Einmischung und Bevormundung. Die positive Fähigkeit hingegen, „Freiheit zu“, besteht in der Fähigkeit, sich selbst Ziele zu setzen und Mittel zu wählen, also in der Fähigkeit zur Selbstbestimmung, die ein Leben nach den eigenen Vorstellungen erlaubt. Religionsfreiheit z.B. ist nicht nur eine Freiheit „von der Religion“ (niemand muss glauben), sondern auch eine Freiheit „für die Religion“ (jeder kann glauben).

Der christliche Glaube will in die Freiheit führen. „Zur Freiheit hat uns Christus befreit“, so schreibt Paulus an die Galater (Gal 5,1). Dabei wird deutlich: Christliche Freiheit ist etwas, das wir schon haben, das aber zugleich noch vor uns liegt, etwas woraufhin wir leben.

2/ Pessach in Gilgal

In der ersten Lesung aus dem Buch Josua haben wir von dem Fest der Israeliten nach dem Einzug in das verheißene Land gehört. Die Paschafeier in Gilgal bildet in dieser Erzählung, die erst viele Jahre später entstanden ist, den Abschluss der Wüstenwanderung und den Neuanfang im Land Kanaan.

Nach der Befreiung des Volkes Israel aus Ägypten, nach der vierzigjährigen Wüstenwanderung und der Verkündung des Gesetzes durch Mose, kommt das Volk nun unter Josua am Jordan und im gelobten Land an. Von denen, die damals aufgebrochen sind, lebt kaum jemand mehr; alle die Jahre hindurch haben sie jedoch die Erinnerung an den Aufbruch wachgehalten, an jene letzte Nacht in Ägypten, die Nacht des Vorübergangs.

„Pessach“ oder (griechisch:) „Pascha“ ist bis heute das Hauptfest des Judentums und es ist mit der Erinnerung an den Exodus verbunden, des Auszugs aus Ägypten. Es stellt die Grundlage der religiösen Identität der Juden dar. Ich möchte versuchen, es zu deuten und besser zu verstehen, worum es bei diesem Fest der Befreiung geht.

Der Name und der Termin des Festes, die Vollmondnacht des Frühlingsmonats Nisan, geht auf ein Frühlingsfest der Nomaden zurück, die in dieser Nacht zum Schutz vor Dämonen die Eingänge der Zelte mit Blut bestrichen und ein Opfermahl abhielten. Das Fest wurde später mit dem Fest der ungesäuerten Brote, dem Mazzotfest, verbunden, bei dem das Gedenken an den Auszug aus Ägypten im Mittelpunkt stand.

Das Pessach-Mahl selbst findet nach einer bestimmten Ordnung in der Familie statt. Dieses Mahl bildet den Kern des Festes und wird auch „Seder“ genannt. Es findet in der Familie am Vorabend des 15. Nisan statt. Es gibt bestimmte Speisen, wie z.B. ungesäuerte Brote, Bitterkräuter oder Fruchtmus, und es wird aus der Pessach-Haggada gelesen, die den Auszug aus Ägypten erzählt. Es werden Lieder gesungen, Gebete gesprochen.

In der letzten Nacht in Ägypten, vor ihrem Auszug und ihrer Befreiung, schlachteten die Israeliten in den Familien oder Nachbarschaften ein Lamm, nahmen etwas von dem Blut und bestrichen damit die Türpfosten und den Türsturz an den Häusern, in denen man aß. Das Fleisch sollte über dem Feuer gebraten sein, zusammen mit ungesäuertem Brot und Bitterkräutern sollten sie es essen. Nichts durften sie übriglassen. Wenn etwas übrig war, sollten sie es im Feuer verbrennen! (vgl. Ex 12)

Das Verb „passach“ bedeutet im Hebräischen „vorübergehen“ bzw. „verschonen“. Es wird im Buch Exodus gedeutet als „Vorübergang“ des Herrn“ in seiner doppelten Bedeutung: zum einen als Gegenwart des Herrn, der am Haus ganz nahe vorbeigeht, und zum anderen als Verschonung vor dem Strafgericht des Herrn, das vorübergeht, das für die Menschen im Haus eben nicht eintritt.

Das Buch Josua, das viele Jahre später erst geschrieben wurde, deutet dieses Fest bei Gilgal nun als das erste „richtige“ Pessach-Fest, denn zum ersten Mal kann für das ungesäuerte Brot das selbst geerntete und geröstete Getreide genutzt werden. [Die Vorbereitungen für dieses Fest begannen schon am 10. Tag des Monats (Jos 4,19; vgl. Ex 12,3)] Und dann gibt es kein Manna mehr, „denn sie aßen in jenem Jahr von der Ernte des Landes Kanaan.“ (Jos 5,12).

Gilgal ist der Ort der Wende. Die Wüstenwanderung ist zu Ende. Der Weg der Befreiung findet sein Ende. Die ägyptische Schande (besser: Schmach bzw. Verhöhnung), ist endgültig vorbei, die Sklaverei ist beendet. Nun, mit der Landnahme, ist die Freiheit da, will sie gelebt werden!

3/ Das Pascha-Mysterium

Der Tod Jesu wird im Neuen Testament vom Pessachfest gedeutet, nicht nur, weil er sich im zeitlichen Kontext eines Pessachfestes in Jerusalem ereignete. Die synoptischen Evangelien stellen das letzte Mal Jesu mit seinen Jüngern als Pascha-Mahl dar und dabei Jesus in der Funktion des Hausvaters mit seinen Jüngern. Nach dem Johannesevangelium ist es etwas anders: Jesus stirbt am Nachmittag, bevor das Pascha-Mahl gefeiert wird, am Rüsttag des Paschafestes, d.h. zu jener Zeit, in der die Lämmer geschlachtet werden. Das bedeutet: Jesus ist das Paschalamm. Wie diesem wird ihm kein Knochen zerbrochen (Joh 19,36; vgl. Ex 12,36); schon am Anfang hatte Johannes der Täufer ihn als Lamm Gottes bezeichnet (Joh 1,36).

„Bei diesem Abendmahl hat sich niemand einen Platz verdient, alle waren eingeladen, oder besser gesagt, sie wurden von Jesu brennendem Wunsch angezogen, dieses Pascha mit ihnen zu essen: Er weiß, dass er das Paschalamm ist, er weiß, dass er das Pascha ist.“ (DD 4)

Ostern ist für uns Christen das neue Pessach-Fest. Es ist das Fest der Befreiung! Wir werden nicht aus der Sklaverei in Ägypten befreit, sondern aus der Sklaverei der Sünde. Wir werden aus der Unterdrückung des Bösen befreit. Wir werden der Angst vor dem Tod entrissen und in das neue gelobte Land, in das Reich der Gerechtigkeit und des Friedens geführt.

Dieser Vorübergang des Herrn, seine Gegenwart und seine Gnade, dass er eben sein Strafgericht nicht ausführt, findet genau dann statt, wenn wir uns mit Gott versöhnen lassen und die Versöhnung für andere erbitten. Kurz: wenn wir seine Barmherzigkeit annehmen und weitergeben.

Wie der jüngere Sohn, der zum Vater heimkehrt und sein Erbarmen empfängt. Und wie der ältere Sohn, der die Vergebung des Vaters für den anderen Sohn hoffentlich mit Freude und Dankbarkeit angenommen hat, so sind auch wir eingeladen, das Erbarmen und die Versöhnung zu empfangen und zu schenken. Das ist der Weg in die Freiheit!

Versöhnung ist der Weg - doch entscheidend für die Freiheit ist auch, was danach kommt! Denn die Freiheit will gelebt werden. Der Weg in die Freiheit führt dazu, immer mehr eigene Entscheidungen zu treffen; nicht nur aus der Sklaverei der Sünde zu entkommen, sondern auch die Freiheit in Verantwortung zu leben; gute Früchte der Gottesliebe und der Nächstenliebe hervorzubringen und zu genießen.

Dann kann das kommende Osterfest zu einem wirklichen Pessach für uns werden, wenn wir in Weisheit und Klugheit und Solidarität mit Gottes Hilfe handeln, um ein gutes Leben zu führen, zusammen mit anderen. Also: Freiheit wird gelebt, wenn wir das Leben selbst in die Hand nehmen und diese Freiheit gestalten!

4/ Liturgie als Teilhabe am Pascha-Mysterium

Der Gottesdienst, den wir am Sonntag feiern, ist unsere Teilnahme an dem Pascha-Mysterium, die Vergegenwärtigung unserer Befreiung. Die Liturgie ist „das Staunen darüber, dass sich uns der Heilsplan Gottes im Pascha Jesu offenbart hat (vgl. Eph 1,3–14), dessen Wirksamkeit uns in der Feier der „Geheimnisse“, d. h. der Sakramente, weiterhin erreicht.“ (DD 25).

„Unsere erste Begegnung mit seinem Pascha ist das Ereignis, das das Leben von uns allen, die wir an Christus glauben, kennzeichnet: unsere Taufe. Es ist nicht ein geistiges Festhalten an seinen Gedanken oder das Unterschreiben eines von Ihm auferlegten Verhaltenskodex: es ist das Eintauchen in sein Leiden, seinen Tod, seine Auferstehung und seine Himmelfahrt.“ (DD 12)

Und danach geht es weiter: „Der Augenblick der feiernden Handlung ist der Ort, an dem das Pascha-Mysterium durch das Gedächtnis vergegenwärtigt wird, damit (wir,) die Getauften es durch ihre Teilnahme in ihrem Leben erfahren können.“ (DD 49).

Zitate: Apostolisches Schreiben DESIDERIO DESIDERAVI von Papst Franziskus über die liturgische Bildung des Volkes Gottes (29. Juni 2022)

---

Herr, du kennst meinen Weg, den Weg, der hinter mir liegt, und den, der vor mir liegt. Du begleitest mich in jedem Augenblick. Du bist immer für mich da. Was erwartest du von mir? Weil du mich führst, kann ich versuchen, mich selbst zu führen, dass meine Augen und Ohren unterscheiden lernen, dass meine Hände anderen helfen lernen, dass mein Denken das Richtige findet, dass mein Herz das Rechte entscheiden lernt. Weil du mich führst, will ich meinen Weg versuchen. (Charles de Foucauld) https://ein-gebet.de/herr-du-kennst-meinen-weg/